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Anamnese & Diagnose – Grundlage einer jeden erfolgreichen Behandlung

Behandlungen zu verordnen, ohne einen Menschen wirklich zu verstehen und vor allem ohne die Ursachen seines Ungleichgewichts zu erkennen, ist nicht zielführend. Um gesundheitliche Fortschritte zu erreichen, bedarf es einer gründlichen Voruntersuchung. Sicher kann man ayurvedische Behandlungen auch fürs eigene Wohlbefinden geniessen, aber das gehört dann in den Bereich des Wellness. Wer ein ernsthaftes Problem beheben möchte, braucht eine gründliche Anamnese und eine anschliessende Diagnose zur Ausarbeitung eines sinnvollen Therapieplans.

Die ayurvedische Diagnose beinhaltet ein ausführliches Gespräch mit Fragen zur allgemeinen Lebensführung. Eine intensive Erhebung der Krankengeschichte ist ebenfalls Teil der Anamnese, ebenso wie eine körperliche Untersuchung. In der Diagnose werden Name der Krankheit, ihre Ursache, die am Krankeitsprozess beteiligten Faktoren und das Gewebe sowie die Ausscheidungsprodukte untersucht. Auch die Lokalisation und das Stadium der Erkrankung sind wichtig. Es wird betrachtet, welchen Einfluss Umgebung, Klima und Tages- oder Jahreszeiten auf die Erkrankung haben. So werden Konstitution und aktueller Zustand des Patienten festgestellt. Störungen im betroffenen Gewebe sowie deren Ursache werden eindeutig zugeordnet. Das diagnostische Erstegespräch und die Untersuchung dauern gewöhnlich 1,5 bis 2 Stunden.

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Zehnfache Untersuchung

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Achtfache Untersuchung

Zweifache Diagnose

Die Zehnfache Untersuchung
Anhand gezielter Fragen und Untersuchungen wird die Konstitution, die Krankheitsdisposition, die Stärke der sieben Körpergewebe, die Gewohnheiten, die Leistungsfähigkeit, die Essgewohnheiten, die psychomentale Stärke und das Alter, bzw. die Lebensphase festgestellt. Diese Form der "Zehnfachen Untersuchung" wird bereits im klassischen Werk der Caraka Samhita beschrieben.

Die Achtfache Untersuchung
Einen wichtigen Stellenwert nimmt die Pulsdiagnose ein. Im Puls liest man anhand der Parameter Frequenz, Rhythmus, Kraft und Volumen die Krankheitsdisposition ab und kann ein eventuelles Ungleichgewicht der Bio-Energien erkennen. Er gibt auch Auskunft darüber, ob toxische Nebenprodukte im Körper vorhanden sind. Selbst eine Schwangerschaft ist im Puls wahrnehmbar.

Des Weiteren werden Urin oder andere Ausscheidungsprodukte direkt oder durch Beschreibung untersucht. Ebenso die Zunge, das allgemeine Erscheinungsbild, die Augen und die Stimme. Diese Untersuchungskriterien der "Achtfachen Untersuchung" wurden klassisch erst im Mittelalter beschrieben.

Zusammenfassend kann man sagen, dass beim Erstellen der Patienten-Diagnose körperliche und psychomentale Gesichtspunkte, Kraft und Ausdauer, die Verdauungskraft und das Alter diagnostiziert werden. Im nächsten Schritt wird ein Therapieplan erstellt.