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Leben | Wissen

ayurveda-Medizin – 6000 Jahre ganzheitliches Wissen

ayurveda ist die Kunst, das tägliche Leben in Harmonie mit den Gesetzen der Natur zu gestalten, um die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu heilen. In diesem Sinne bedeutet ein Leben nach den Empfehlungen des ayurveda, der Seele die Möglichkeit der vollen Entfaltung in einem gesunden irdischen Körper zu geben. Sie lernen täglich Ihrer Seele das zu geben, was sie braucht, um mit einem gesunden Geist einen gesunden Körper zu bewohnen und sich selbst dabei stets zum Ausdruck zu bringen. 

Der ayurveda – man redet von dem ayurveda in männlicher Form. ayurveda ist mit über 6000 Jahre Geschichte eine der ältesten überlieferten medizinischen Wissenschaften der Welt. Er ist eine ganzheitliche Gesundheitskunde, Lebensphilosophie und medizinische Disziplin sowie Heilmethode. ayurveda umfasst physische, mentale, emotionale und spirituelle Aspekte und ist somit eine ganzheitliche Heilmethode. Erfahren Sie mehr über den Ursprung und die Geschichte des ayurveda oder die Jahrtausende alte Philosophie des ayurveda.


agni
Verdauungsfeuer

Verständnis von Krankheitsentstehung

Die Hauptursachen von Krankheit werden im Caraka Samhita Sutrasthana wie folgt beschrieben: «Fehlerhafter, negativer und übermässiger Gebrauch von Zeit, Intelligenz und Sinnen ist der dreifache Grund für Krankheit – psychischer oder körperlicher Art.»

In einem Erstgespräch und einer gründlichen Untersuchung, der Anamnese & Diagnose, werden mögliche Ursachen einer Dysbalance und die Entstehung einer Krankheit analysiert. Es gibt fünf Faktoren der Krankheitsentstehung:

  • Ungleichgewicht der Bioenergien
  • Geschwächtes Verdauungsfeuer
  • Störung in der Kommunikation der einzelnen Gewebe, deren Versorgung und Zustand
  • Dysbalance in der Ausscheidung von Abbauprodukten des Körpers wie Stuhl, Urin und Schweiss
  • Geschwächter Schutz des Körpers (Immunsystem)

Eine besondere Rolle spielt dabei das sogenannte Verdauungsfeuer, der transformativen Kraft des Körpers auf verschiedenen Ebenen. Das Verdauungsfeuer bestimmt die Entstehung von Schlackenstoffen, die den Nährsaft verunreinigen und ihn in seinen Eigenschaften verändern. 

Es ist sehr wichtig, diese Faktoren bei der Diagnose mit in Betracht zu ziehen, um den Patienten zu verstehen und so die Therapie zu bestimmen.


prakriti
Konstitution

panchamahabhutas
die fünf Elemente

doshas
die drei Bioenergien

Die körperliche Konstitution

Körperlich werden die Konstitutionen durch die fünf Elemente bestimmt. Diese verbinden sich zu den drei Bioenergien vata, pitta und kapha. Eine ausführliche Erläuterung dieser Zusammenhänge werden unter Philosopie des ayurveda beschrieben. 

Jedes Lebewesen besitzt eine einzigartige individuelle Zusammensetzung der Elemente und der daraus resultierenden Bioenergien. Somit entsteht eine ganz persönliche Konstitution. Übersetzt man diese Eigenschaften in seinen Beobachtungen eines Menschen, kann man die schon bei der Empfängnis im Mutterleib festgelegte Ur-Natur desjenigen erkennen. Ein Konstitution, in ihrer ausgeglichenen Form, ist das persönliche Ideal für Gesundheit.

mahagunas
geistige Qualitäten

sattva
Klarheit oder Reinheit

rajas
Bewegtheit oder Leidenschaft

tamas
Trägheit oder Dunkelheit

Die geistige Konstitution

Im Sushruta Samhita Sutra steht zur geistigen Konstitution geschrieben: «Derjenige, dessen Funktionen der Bioenergien, des Verdauungsfeuers, der Gewebe, der Ausscheidungsprodukte im Gleichgewicht sind und dessen Geist sowie Sinne fröhlich sind, der ist gesund.»

Die geistige Konstitution wird etwas anders klassifiziert, obwohl auch hier eine Prädominanz einzelner oder mehrerer Bioenergien zu beobachten ist. Bei der geistigen Konstitution spricht man von Qualitäten. Diese sind das Prinzip der Klarheit oder Reinheit, das Prinzip der Bewegtheit oder Leidenschaft und das Pinzip der Trägheit oder Dunkelheit. Anders als die vorherbestimmte Urnatur, sollten die geistigen Qualitäten mehr und mehr in Richtung Klarheit entwickelt werden. Sie beinhalten eine Wertung, während die fünf Elemente nicht bewertet werden.

Alles, was von dieser Ur-Natur in zu großem Ausmaß oder über längere Zeit abweicht, kann zu Ungleichgewicht und auch zu Krankheit führen. Darum ist es sehr wichtig, seine eigene Natur besser kennenzulernen und zu verstehen, um zu erkennen, welche Ernährungs- oder Verhaltensweisen diesem harmonischen Gleichgewicht zuträglich sind. Da ayuveda eine allopathisch wirkende Lehre ist, wird eine Eigenschaft durch die gegenteilige Eigenschaft reduziert, so, wie man beispielsweise Kälte durch Wärme, oder Trockenheit durch Feuchtigkeit reduziert.


Die ayurveda-Therapie – eine 4-Schritte-Medizin

Anamnese & Diagnose
Zuerst wird der Patient eingehend untersucht und befragt. Aufgrund der Beobachtungen wird eine Diagnose erstellt. Diese umfasst mehrere Aspekte. Den Patient betreffend wird hinsichtlich Konstitution, Krankheitsdisposition, Zustand des Verdauungsfeuers, potentielles Vorhandensein von Stoffwechselschlacken, Zustand der Gewebe, Funktion und Qualität der Ausscheidungsprodukte und Alter diagnostiziert. Die Krankheit betreffend wird Name, Ursache, Pathogenese, etc. klassifiziert. Dies ist der erste Schritt, der fundamental wichtig sind, um einen passenden individuellen Therapieplan zu erstellen.

Therapieplan
Dann folgt die Erstellung eines Therapieplans, der Ernährungs- und Verhaltensempfehlungen beinhaltet, um die (möglicherweise) gestörten Bioenergien zu harmonisieren und auszugleichen. Des Weiteren werden medizinale Substanzen – meist Kräuter, manchmal auch Substanzen aus dem Tier-oder Mineralreich – verschrieben. Ein großer Bestandteil des Therapieplans sind die äußerlichen Anwendungen, welche in der Praxis vom Behandler ausgeführt werden. Und schließlich ist auch yoga-Therapie ein wichtiges Glied des Therapieplans. Hier können therapeutisch angewandte Körperhaltungen, Atemübungen sowie Achtsamkeitsübungen, Affirmationen oder Visualisierungen enthalten sein. Im Therapieplan können Ausleitungsverfahren eingesetzt werden, die allerdings zeit- und kraftaufwändiger sind. Diese werden meist im Rahmen von Kuren angewandt, können aber auch gesondert im kleinen Rahmen vorgenommen werden. 

Ernährungsberatung
Wir alle wissen, dass wir oft Dinge essen, die uns nicht gut tun. Oftmals fehlt uns aber die Motivation oder auch das Wissen darum, was uns zuträglich ist. Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil des Therapieplans, denn der ayurveda geht davon aus, dass die Ernährung wie Medizin oder wie Gift wirken kann. Generell gibt es im ayurveda keine Verbote für bestimmte Nahrungsmittel – alles ist erlaubt. Doch alles ist eine Frage der Masses. Der ayurveda gibt Empfehlungen, passend zur persönlichen Konstitution. Man kann den Plan als Kur für eine bestimmte Zeit anwenden, um entsprechende gesundheitliche Resultat zu erzeugen oder aber diesen als generelle Richtlinie im eigenen Leben anwenden.

Prozessbegleitung
Körperliche Herausforderungen oder Krankheiten bedeuten immer auch eine psychische und emotionale Belastung für den Patienten. Viele Menschen fühlen sich dann oftmals überfordert und von ihren bisherigen Ärzten, die einfach in ihrer Alltagsüberlast keine Zeit haben, allein gelassen. Im ayurveda gehört eine persönliche Betreuung über den gesamten Zeitraum einer Therapie mit dazu.